Bauen in Herrnhaag

Die spinnen doch, die…

Als 1960 der Verein der Freunde des Herrnhaag e.V. die Nordhälfte der ehemaligen Herrnhuter Siedlung auf dem Haagberg von Martha Ditzel kaufte, mögen das viele Leute für verrückt gehalten haben. Wer kauft schon derart ruinöse Gebäude…

Tatsächlich hatte sich der Zustand der Gebäude seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts dramatisch verschlechtert.

um 1900

Auf diesen Foto sind Schwesternhaus und Lichtenburg von Süd-Westen aus zu sehen. Hinter dem Schwesternhausa ist der Anbau zu erkennen. Die Gebäude wirken gut erhalten. Auch das Brunnenhaus stand noch. Das folgende Foto stammen aus dem Jahr 1914.

1914

Ein weiteres Foto, das den Zustand zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges bot Herrnhaag einen traurigen Anblick. Und doch hatte der Ort seinen Reiz als bedeutende Siedlung der Herrnhuter aus dem 18. Jahrhundert trotz allen Verfalls bewahrt. Getragen von einem enormen Enthusiasmus begann der 1959 neugegründete Verein der Freunde des Herrnhaag e.V. seine kaum zu bewältigende Aufgabe: der Wiederaufbau der Lichtenburg und des Schwesternhauses als Ort der Brüdergemeine, als Treffpunkt für Junge und Alte, als Ort geistlicher Gemeinschaft, gemeinsamen Bauens und Betens, gemeinsamer Mahlzeiten, gemeinsamen Feierns.